Teamgeist und Taubenverstand

Frank Hagedorn & René Becker spielen auf hohem Niveau

aus Rauschenden Schwingen

Kennen tun sich beide schon viele Jahre - eine Schlaggemeinschaft gründeten sie jedoch erst im Jahre 1998: Frank Hagedorn und René Becker eilen seit dieser Zeit unbestritten von Erfolg zu Erfolg. Das hängt - wen wundert‘s - genauso mit den Tauben zusammen, wie mit dem züchterischen und sportlichen Talent, das die sympathische Schlaggemeinschaft in die sportliche Waagschale werfen kann. Gereist wird seit jeher in der RV Lüdinghausen (RegV 409, „Münsterland“), wobei seit zwei Jahren die beinharte Süd-Ost-Route beschickt wird. Wahrlich kein Zuckerschlecken für das in der Vergangenheit auf der Süd­West-Richtung überaus erfolgreiche Züchter-Duo, das mit den geänderten Rahmenbedingungen problemlos zurechtkommt, wie der Saisonverlauf 2009 zeigt: Allein 5x 1. Konkurs sprechen eine überaus deutliche Sprache und unterstreichen die Einschätzung ihres ganz besonderen sportlichen Talents.

Frank Hagedorn ist heute 46 Jahre alt und von Beruf Schlosser. Bereits als elfjähriger Stepp ke entdeckte er seine Liebe zum Brieftaubensport, so dass er 1977 dem BZV „Gute Heimkehr“ Lüdinghausen beitrat. Waren die Tauben zunächst auf dem Dachboden des elterlichen Hauses untergebracht, errichtete er Anfang der 1990-er Jahre einen großzügigen Gartenschlag, der im Laufe der Jahre verschiedentlich erweitert und den sich ändernden Bedürfnissen angepasst wurde. Zwei Abteile für die Jungtauben sowie ein Zuchtschlagabteil mit angrenzender Voliere bieten neben den insgesamt drei Witwerabteilen genügend Platz für einen außergewöhnlichen Bestand, der heute im wesentlichen auf Tauben von Leo Heremans, (vorm. Leo Heremans & Karel Ceusters) aus dem belgischen Vorselaar zurückgeht.
Tierarzt René Becker, ebenfalls von Kindesbeinen an vom Sport fasziniert, blickt in diesem Jahr auf das zehnjährige Bestehen seiner Kleintierpraxis zurück, die er im eher beschaulichen Nordkirchen betreibt. Vorwiegend Brieftaubenzüchter zählen zu seinen Kunden, denn inzwischen ist er ein weit über die Grenzen hinaus gefragter Fachmann in Sachen „Versorgung und Gesunderhaltung“ geworden. Auf zahlreichen Gesundheitsforen (stand und) steht er interessierten Sportfreunden zu allen Fragen rund um den Sport Rede und Antwort.

Dabei ist René Becker vor allem eines geblieben: Ein begeisterter Brieftaubenzüchter. Stets auf der Suche nach der vermeintlich noch besseren Taube scheut er weder Zeit noch Geld, um die ohnehin große Klasse des eigenen Zuchtbestandes weiter zu verbessern. Vor diesem Hintergrund besitzt er heute exzellente Kontakte zu zahllosen Spitzenzüchtern - sei es nun in Deutschland, in Belgien oder den Niederlanden.
Eine besondere Rolle in seinem Züchterleben spielt der Kontakt zum „grauen Wolf“, sprich: Wolfgang Roeper. Im Jahre 1977 holte man sich nach entsprechender Überlegung erste Tauben bei Karsten und Willi Ploog - nicht irgendwelche, sondern Nachzucht aus deren Roeper/ Vandenabeele-Paaren.
Kurze Zeit später ging es direkt zu Wolfgang Roeper nach Kummerfeld und seit dieser Zeit sind es immer wieder Einzeltauben aus den besten Linien, die den Weg in die ohnehin gut bestückte Nordkirchener Zuchtvoliere finden und sich in der Regel züchterisch harmonisch einfügen.
Im Jahr 2000 folgt der Besuch bei den Gebr. Herbots und mit dem B 00/692 (Sohn „Boeckx“: 6x 1. Konkurs und 4. (nat.) As-Duif, Vitesse, 1996) wurde ein echter Topvererber erworben, der zu einem der Stammvögel des Schlages avancierte. So ist der blaue „Boeckx“-Sohn u. a. Vater des „569“ (2005: 13/13 Preise), des „263“ (jährig: 11 Preise und 1. Konkurs Orléans 600 km), des „551“ (in drei Jahren 31 Preise; u. a. 1x 1. Konkurs und 3. Konkurs Freilassing 600 km) sowie des „692“ (2007: RV-bester jähriger Vogel). Daneben züchteten auch der erworbene „155“-Sohn und die Tochter „Goede Jaarling“ erstklassige Zucht- und Reisetauben nach.

Eine Sternstunde sollte allerdings der durch Wolfgang Roeper im Februar 2002 vorbereitete Besuch bei der belgischen Schlaggemeinschaft Leo Heremans und Karel Ceusters werden. Die dort vorgefundenen Zucht-und Reisetauben bestachen allesamt durch ihre außergewöhnliche Klasse und ihren exzellenten Körperbau. Für René Becker und Frank Hagedorn war klar: Aus diesen Tauben musste unbedingt Nachzucht erworben werden. Ende Oktober (!) wurde die zwei te Herbstrunde bestellt und es sollte der Beginn einer besonderen Ära werden. Denn kaum jemand - außer vielleicht Wolfgang Roeper selbst - sorgte mit seinen Erfolgen anschließend dafür, dass die Heremans-Ceusters-Tauben in Deutschland ei ne große Fangemeinde fanden. Bis dahin sollte es gleichwohl noch etwas dauern, aber unzweifelhaft waren (und sind) es die Kinder aus „Olympiade“, „Goudklompje“, „Euro“, „426“, „166“, „Blauw Kampiontje“ sowie „Wonderaske“, um nur einige wenige zu nennen, die fortan dafür sorgten, dass züchterisch der Weg ganz nach oben führte - bis hinein in die Spitze des bundesdeutschen Brieftaubensportes. Im Rahmen der Versteigerung des Bestandes Leo Heremans und Karel Ceusters im März 2007 wurden zudem die beiden Reiseasse „De Wellens" und „De Donkere 404" erworben. Im Jahr 2008 hieß es dann allerdings Abschied nehmen von der Süd-West-Richtung, denn die RV Lüdinghausen entschied sich zu einem Wechsel hin zum Süd-Osten. Und damit die bange Frage. Können das die „Heremans“-Tauben auch?! Sie können - und zwar mit gleicher Durchsetzungskraft wie im Süd-Westen. Frank Hagedorn und René Becker überließen gleichwohl nichts dem Zufall: Mit Blick auf den angekündigten Richtungswechsel wurden im Vorfeld mit dem 04943-05-408, dem 03245-06-1942 sowie der 08146-06-894 (vgl. Fotos) drei außergewöhnliche Reisetauben erworben, die zuvor in der Saison 2007 durch Spitzenleistungen auf der Süd-Ost-Richtung geglänzt hatten bzw. beim Blick in die Abstammung mehr Härte (als die Heremans-Tauben) versprachen.
Die Liste weiterer Ausnahmetauben bestätigt die Einschätzung, dass René Becker in der Vergangenheit intensiv nach Verstärkungen gesucht hat. Von folgenden Züchtern sitzen Tiere im Bestand: C. u. G. Koopman: Tochter „Gerard´s Favoriet“, Tochter „Mister Ermerveen“; Kees Bosua: Tochter „Time out“ x „Kerkduifje“; Sohn „Kleine Figo“ x „Panini“; Peter v. d. Merve: Tochter „Cocktail“ x „Promise“, Tochter „Amigo“ x „Senne“, Schwester „NPO-Siegerin Ablis 08“; Benny Steveninck: Zwei Kinder „Chihaut 100“; M. u. L. de Laere: Zwei Kinder „Tieke“ sowie Horst und Frank Sander: Zahlreiche Kinder aus dem „Eurostar“, „Wonder v. Haacht“, „General“ sowie „Yeti“.

Eine Neuerwerbung, die viel Beachtung gefunden hat kommt von der niederländischen Comb. de Vries: Der „Blue Bullet", NL 05-4708744, war ein Top-Reisevogel und ist Nestbruder des NL- 05-4708743 (Sieger Westeuropäischer Nationencup Dortmund 2008), der inzwischen auf dem Schlag von C. u. G. Koopman züchtet. Eine Schwester dieser beiden Supervögel konnte ebenso erworben werden wie ein Sohn des Stammpaares „Bijter“ x „Visje“.
Die Reisetauben werden nach der totalen Witwerschaft gespielt; eine feste Vorbereitung gibt es nicht: Frank Hagedorn hat in der Vergangenheit schon alles (mit entsprechendem Erfolg) probiert. Meistens erfolgt die Anpaarung der Tauben am 1. Februar d. J. Ende März werden die Jungen abgesetzt, allerdings sind die Eltern bereits 14 Tage vorher getrennt. Nach dem Absetzen der Jungtiere hat dann quasi die Witwerschaft begonnen. Die Aufzucht eines Jungtieres nach der Reise mit anschließendem Überbrüten ist der Lohn für die in der Regel bis zum Endflug gesetzten Reisetauben.
In der Zuchtvoliere herrscht meistens schon um Weihnachten reges Treiben, Die ersten Gelege decken den Eigenbedarf; alle Jungtauben werden verdunkelt; so dass die Resultate auch im Herbst keine Wünsche offenlassen. Befürchtungen, dass derartig geführte Tauben in der Folgezeit nicht überzeugen können, gehören nach Meinung von Frank Hagedorn und René Becker ins Reich der Fabel. „Wir empfehlen allen Kritikern einen Blick in unsere Preislisten“, sind sich beide einig.

Hubertus von Senftenberg
Mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift "Rauschenden Schwingen"

Tierarztpraxis
René Becker

Aspastr. 41
59394 Nordkirchen

Telefon: + 49 (0) 25 96 / 52 93 03
Fax: + 49 (0) 25 96 / 52 93 04
Email: info@tierarzt-becker.de
Internet: www.tierarzt-becker.de

Spechzeiten

Mo. bis Fr. 1o.3o - 12.oo
Mo., Mi. u. Fr. 15.oo - 17.oo
Di. 17.oo - 19.oo
oder nach telefonischer Absprache. Donnerstag Nachmittag keine Sprechstunde (Bandansage beachten)

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